08.02.2024
Landtagsabgeordneter Felix von Zobel besucht das Zeller Schloss

Felix von Zobel aus Ochsenfurt, seit Oktober vergangenen Jahres Mitglied des Bayerischen Landtags für die FREIEN WÄHLER, folgte gerne der Einladung der Zeller Mitte – Freie Wähler e.V., um sich persönlich über die Zeller Weinhändlerhäuser und insbesondere über das 1744 von Baltasar Neumann für den Weinhändler Andreas Wiesen erbaute schlossähnliche Palais mit seinem Garten und einmaligen Kellern zu informieren. Nicht nur privat hat Felix von Zobel eine Beziehung zum Thema Schloss – er bewohnt mit seiner Familie das von seinen Vorfahren errichtete Schloss in Darstadt und weiß um die vielfältigen Herausforderungen eines solchen Gebäudes –, er ist auch Stellvertreter im Landesdenkmalrat.
Mit seinem enormen Wissen um die Geschichte Zells und Frankens begeisterte Dr. Christian Naser, Buchautor und Ortsreferent im Zeller Marktgemeinderat, die Gruppe von interessierten Bürgern, unter denen auch stv. Landrat Alois Fischer und Erster Bürgermeister Joachim Kipke waren. Bei der Führung entlang der Hauptstraße erläuterte er sehr lebendig anhand weiterer Weinhändlerhäuser die überragende Bedeutung der Zeller Weinhändler, die weit über die Region hinausreichte und einst den süddeutschen Raum dominierte. Die strategisch bedeutsame Lage am Main und an der ehemaligen Reichs- und Heeresstraße, über die einst Kaiser, Könige und Feldherren auf dem Weg nach Würzburg an Zell vorbeizogen, begünstigten den enormen wirtschaftlichen Aufschwung, den Zell im 18. Jahrhundert hatte. Die herausragendste Entdeckung Nasers, welcher seit vielen Jahren akribisch die Zeller und damit zusammenhängend die fränkische Geschichte erforscht, ist das in seiner Bauweise einzigartige von Baltasar Neumann erbaute Palais – das sogenannte „vergessene Schloss“. Erst vor wenigen Monaten stieß Naser im Garten bei einer Sondierungsgrabung auf einen Terrassengarten mit Wasserkaskaden und einer Grotte, die ehemals von einem Wasserfall verschleiert wurde, ähnlich der berühmten Neptungrotte der Villa d’Este in Tivoli. Genauso spektakulär wie der Garten sind die Gewölbekeller des Palais. Sie und ein weiteres darüber liegendes Kellergeschoß sind um einen Zentralkeller unterhalb des Innenhofes gruppiert, als Spiegelung der darüber liegenden oberirdischen Geschosse, sozusagen als unterirdische Dreiflügelanlage. Dem nicht genug besitzt das unterste Kellergeschoß acht (!) verschiedenene Gewölbekonstruktionen, denen gemeinsam ist, dass sie schwere Lasten tragen konnten. Derartige Schwerlastgewölbe kamen wenig später auch beim Bau der Würzburger Residenz zum Einsatz. 
Aufgrund der herausragenden Bedeutung dieses einzigartigen Gebäudes, insbesondere des Gartens und der Keller, müssten laut Dr. Naser dringend weitere Schritte zur Sicherung und zum Erhalt des sich in Privatbesitz befindlichen Palais unternommen werden. Kann die öffentliche Hand, evtl. der Freistaat Bayern hier unterstützen? Es ist vor allem auch eine Frage der Finanzierung. MdL Felix von Zobel war jedenfalls beeindruckt von diesem einzigartigen Bauwerk in Zell a. Main.