Zu einem Gespräch über die Situation in der Landwirtschaft hatten der Verband für landwirtschaftliche Fachbildung (Vlf) und das Landwirtschaftsamt Schweinfurt geladen.
Das Motto der Veranstaltung lautete: „Raus aus der Blase, rein ins Gespräch.“ Neben den jeweiligen Vorsitzenden, die Stellvertreterinnen und die Geschäftsführer der unterfränkischen Kreisverbände des Vlf und Fachreferenten zu den Themen Bürokratie, Planungssicherheit, Ausgleichsflächen und Perspektiven, waren auch Vertreter von Parteien geladen., um zunächst ein Statement abzugeben. Sie sollten zunächst ein Statement abgeben, wie sie die Situation der Landwirtschaft heute und in 10 Jahren sehen.
Als gelernter Landwirt konnte dabei FREIE WÄHLER Abgeordneter Felix von Zobel (MdL) mit seiner praktischen Erfahrung punkten. Er beschrieb die aktuelle Situation als sehr problematisch. Die Kosten für Bürokratie hätten sich vervielfacht – laut „Spiegel“ in den letzten vier Jahren um das 4-fache! Steigende Kosten, immer neue Auflagen, fehlende Planungssicherheit u.a.m. sorgen für große Frustration und Verunsicherung unter den Landwirten – und das in einem ohnehin sehr angespannten politischen und wirtschaftlichen Umfeld. Felix von Zobel beklagt dabei den „fehlenden Sachverstand in weiten Teilen der Politik und die fehlende Zusammenarbeit mit den Verbänden“, die nötiger sei denn je. In diesem Zusammenhang schlägt eine „Zukunftskommission Landwirtschaft“ vor – vor allem auch, weil die „Landwirtschaft mittlerweile ein wahnsinnig komplexes System“ sei. Außerdem brauche es einen faireren Wettbewerb zwischen den großen Händlern und den Bäuerinnen und Bauern.
Und wie wird die Landwirtschaft in 10 Jahren aussehen? Seit dem Ukrainekrieg und angesichts der multiplen Veränderungen und Krisen sowie der politischen Stimmung in Deutschland und auch international sei dies sehr schwer vorauszusehen. Die sich verschlechternde wirtschaftliche Lage in Deutschland, antidemokratische Tendenzen weltweit, de Einfluss der EU und andere Faktoren verheißen nichts Gutes. Kommt die Energiewende voran? Mit welchen Auflagen hat die Landwirtschaft zu rechnen? Wie entwickelt sich die Technik? Ist Gentechnik eine Chance?
Von Zobel stellt jedoch nicht nur Fragen, sondern gibt den Anwesenden auch praktische Vorschläge mit auf den Weg: Zum einen sollten vorhandene Biogasanlagen viel effektiver eingesetzt werden; dadurch könnten zusätzliche, aufwändige und teure Erdgaskraftwerke überflüssig werden. Er befürchtet jedoch auch, dass in Zukunft die Betriebe weiter immer größer werden und es dafür immer weniger, vor allem kleinere landwirtschaftliche Betriebe geben wird –auch aufgrund der EU-Politik. „Wird beispielsweise die Anbindehaltung in Kuhställen abgeschafft, werden wohl die Hälfte der Milchviehbetriebe in Süddeutschland aufgeben,“ prognostiziert von Zobel.
Auch in der abschließenden Diskussionsrunde beeindruckte der FREIE-WÄHLER Abgeordnete mit seiner Fachkompetenz und konnte so einige Impulse an die behördlichen und politischen Vertreter weitergeben.