18.09.2026
„Unsere Region zeigt, wie Zukunft gestaltet werden kann“ - Herbstklausur der FREIEN WÄHLER in Würzburg
Würzburg. Im Rahmen ihrer Herbstklausur in Würzburg hat die FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion ein Positionspapier zur Staatsreform sowie eine Reihe wegweisender Resolutionen verabschiedet. Im Mittelpunkt standen unter anderem, internationale Sicherheit, Weinbau, Extended Reality, Kleinsatelliten, die Versorgung von ME/CFS-Erkrankten und die Erforschung und Produktion nachhaltiger Kunststoffe.
Die Fraktion setzt sich auch für eine Stärkung der transatlantischen Partnerschaft und der NATO als Fundament unserer Sicherheit ein. In Zeiten des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine, geopolitischen Spannungen in verschiedenen Weltregionen und hybriden Bedrohungssituationen stehen Deutschland und Europa vor neuen sicherheitspolitischen Herausforderungen. Die FREIE WÄHLER-Landtagsfraktion setzt dabei auf die NATO, betont aber auch, dass Europa mehr Verantwortung für die eigene Sicherheit übernehmen muss.
Zukunftsfähiger Weinbau wird ebenfalls durch eine Resolution thematisiert. So bekräftigen die FREIEN WÄHLER etwa die Förderung nachhaltiger Bewässerungssysteme in Landwirtschaft und Weinbau und fordern den Abbau regulatorischer Hürden, beispielsweise beim Einsatz von Agrardrohnen.
Beim Thema Extended Reality (XR) will die Fraktion Bayerns Position als europäischer Technologiestandort weiter ausbauen. Dafür sollen Wissenschaft, Wirtschaft, Start-ups und Verwaltung stärker zusammenarbeiten. Die Fraktion fordert auch eine Verdoppelung der Mittel für XR, um die Zukunft nicht allein den Playern aus den USA und Asien zu überlassen. Bereits jetzt ist mit dem XR-Hub in Würzburg einer der weltweit führenden XR-Forschungsstandorte in Bayern angesiedelt. Diese Vorreiterrolle Bayerns muss weiter gefestigt werden, so die Fraktion.
Um die wirtschaftliche Stärke Bayerns in Zeiten tiefgreifender technologischer und geopolitischer Veränderungen zu sichern, wagt die Fraktion zudem einen mutigen Vorstoß in neue Dimensionen: Kleinsatelliten. Diese ermöglichen kostengünstige Kommunikation, Erdbeobachtung, Navigation, wissenschaftliche Missionen und datenbasierte Dienstleistungen für Wirtschaft, Verwaltung und Gesellschaft. Entsprechende Kompetenz ist in Bayern und auch am Standort Würzburg bereits vorhanden: Im Juli 2026 wurden fünf bayerische Kleinsatelliten erfolgreich in die Erdumlaufbahn gebracht. Sie wurden unter anderem vom Zentrum für Telematik aus Würzburg entwickelt und sollen künftig hochpräzise Bilder der Erdoberfläche liefern. Daraus ergeben sich unter anderem neue Möglichkeiten für den Katastrophen- und Umweltschutz sowie für die Land- und Forstwirtschaft.
Im Rahmen ihrer Klausur hat sich die FREIE WÄHLER-Fraktion zudem mit der schweren neuroimmunologischen Multisystemerkrankung ME/CFS beschäftigt – auch als Chronisches Fatigue-Syndrom bekannt. Denn aktuell ist die medizinische Versorgung noch unterentwickelt. Die Fraktion fordert unter anderem mehr Aufklärung, eine stärkere Berücksichtigung im Medizinstudium und in der Pflegeausbildung sowie zusätzliche Mittel für klinische Forschung.
Um die staatliche Handlungsfähigkeit auch zukünftig sicherzustellen, setzt sich die FREIE WÄHLER-Fraktion zudem für eine strukturelle Staatsreform ein. Ziel ist ein konsequent subsidiär organisierter Staat mit leistungsstarken Kommunen und digitaler, serviceorientierter Verwaltung. Dabei muss sich der Staat auf seine Kernaufgaben konzentrieren. Mehr Vertrauen soll durch effizienteres Handeln und stärkere Einbindung der Bürgerinnen und Bürger in politische Prozesse geschaffen werden. Die Fraktion fordert daher einen schlanken und schnellen „Mitmach-Staat“. Dabei sollen Handlungs- und Funktionsfähigkeit genauso gestärkt werden wie die demokratische Staatsordnung.
Mit dem Thema Kunststoff beschäftigten sich die FREIEN WÄHLER im Austausch mit dem Süddeutschen Kunststoffzentrum (SKZ). Hier informierten sich die Abgeordneten über nachhaltige Kunststoffe, an denen in Würzburg unter anderem geforscht wird. Gerade mit Blick auf eine funktionierende Kreislaufwirtschaft sind innovative Lösungen gefragt. Das SKZ zeigt dabei, wie Forschung und Wirtschaft eng zusammenarbeiten und gemeinsam anwendungsnahe Lösungen für die Industrie entwickeln.
Eine weitere Resolution widmet sich der Blasmusik in Bayern. Die Fraktion will Vereine, Nachwuchsarbeit und musikalische Bildung stärken und damit Ehrenamt, Tradition und gesellschaftlichen Zusammenhalt fördern.
Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Landtagsabgeordnete aus der Region Felix von Zobel resümiert: „Unsere Herbstklausur in Würzburg hat gezeigt, wie wichtig es ist, Zukunftsthemen frühzeitig anzugehen. Gerade bei XR und Kleinsatelliten verfügt unsere Region bereits über großes Know-how. Dieses Potenzial wollen wir weiter stärken und daraus konkrete Chancen für Wertschöpfung und Arbeitsplätze vor Ort schaffen. Wir müssen diesen Zukunftsgedanken aber auch auf den Staat übertragen und ihn schneller, digitaler und bürgerfreundlicher machen. Genau dafür steht unser Konzept eines schlanken und leistungsfähigen „Mitmach-Staates“.“